Aus der Familie der Megalopygidae gibt es circa 230 bekannte Arten. Der größte Teil dieser Spezies kommt in Mittel- und Südamerika vor, nur einige wenige Arten sind in Nordamerika beheimatet. Während meiner Reise nach Venezuela konnte ich Vertreter dieser Falterfamilie beobachten und fotografieren, ich stelle sie in diesem Kapitel vor.

Megalopyge lanata

Mit ihrer Flügelspannweite von schätzungsweise 60 Millimeter ist die Falterart Megalopyge lanata recht groß. Die Tiere sind nachtaktiv und lassen sich von Kunstlicht anlocken. Ihre Vorderflügel sind graubraun und tragen ein Muster aus hellen Strichen und etwas dunkleren Bögen. Relativ hell grau bis weißlich sind die Hinterflügel gefärbt, ihre Äderung ist graubraun. Der Körper ist stark behaart, was insbesondere im Brustteil sehr auffällig ist. Dort sind die Haare dunkel graubraun und schwarz gefärbt. Zudem gibt es helle, rosafarbene Flecken. Auf dem hellen Hinterleib befinden sich einige parallel verlaufende, waagerechte dunkle Linien. Sehr prächtig ist das Aussehen der Raupen von Megalopyge lanata. Allerdings sollte man sich davor hüten, die auffällig gefärbten und stark behaarten Tiere zu berühren. Die Härchen der Raupen enthalten Giftstoffe, die bei Hautkontakt sehr schmerzhafte Reizungen hervorrufen.

Mesoscia cf. pusilla

Über die Falterart Mesoscia pusilla finden sich in den gängigen Literaturquellen bedauerlicherweise praktisch keine Angaben. Ich schätze ihre Flügelspannweite auf etwa 30 bis 35 Millimeter. Die Tiere sind nachtaktiv. Ihre Vorderflügel sind auf der Oberseite hell weißlichgrau gefärbt und tragen ein charakteristisches Muster aus hellgrauen bis mittelgrauen Flächen und Flecken. Weißlich und hellgrau sind die Hinterflügel auf der Oberseite gefärbt, wobei diese beiden Farben ineinander verlaufen. Der Hinterleib ist mittelgrau behaart, der Brustbereich trägt hellgraue und weißliche Haare. Über das Verbreitungsgebiet dieser Spezies ist mir leider wenig bekannt. Mit Sicherheit lässt sich sagen, dass sie in Französisch-Guyana heimisch ist, was die Vermutung nahelegt, dass sie auch in Venezuela vorkommt.

Norape ovina (White Flannel Moth)

Zu den nachtaktiven Faltern, die man in Venezuela beobachten kann, gehört auch die Art Norape ovina. Die Flügelspannweite dieser Tiere beträgt 27 bis 33 Millimeter. Am gesamten Körper sind diese Insekten rein weiß gefärbt. Einzige Ausnahme sind die Fühler, sie sind weiß mit ockerfarbenen Kammsegmenten. Der Brustbereich ist auf der Oberseite mit langen, feinen Haaren bedeckt. Von Nordamerika über Zentralaberika bis ins nördliche Südamerika reicht das Verbreitungsgebiet dieser Tiere. Leider sind in den Online-Quellen nur wenige detailliert Informationen über Norape ovina zu finden.

Podalia orsilocha

Die Falterart Podalia orsilocha ist nachtaktiv und lässt sich von Kunstlicht anlocken. Das Verbreitungsgebiet dieser Tiere ist recht groß. Beobachtungsnachweise gibt es sowohl aus Mittelamerika (Costa Rica) als auch aus dem nördlichen Südamerika. Dort kommt die Art beispielsweise in Venezuela und Bolivien vor. Etwa 70 bis 75 Millimeter beträgt die Flügelspannweite dieser Nachtfalter. Weiß bis bräunlichweiß ist die Grundfarbe der Oberseite der Flügel. Während die Hinterflügel meist einfarbig sind, ziert ein Muster aus braunen und schwarzen oder dunkelgrauen Bereichen die Oberseite der Vorderflügel. Der Körper wirkt recht massig. Er ist mit weißlichen und bräunlichen Haaren bedeckt, der Hinterleib trägt ein waagerechtes Streifenmuster. Schwarz sind die Beine gefärbt, lediglich die Fußspitzen sind weißlich. Podalia orsilocha bewohnt vorzugsweise feuchte Wälder. Das in diesem Absatz gezeigte Individuum war bereits sehr stark abgeflogen.

Trosia cf. nigropunctigera (Rosy Flannel Moth)

Aufgrund ihrer starken Behaarung und der flauschig wirkenden Oberfläche ihrer Flügel ist die Falterart Trosia nigropunctigera sehr auffällig. Die Vorderflügel sind auf der Oberseite weiß gefärbt, ihre vordere Kante ist rosarot gesäumt. Eine diagonal angeordnete Reihe aus sieben bis acht schwarzen, kreisförmigen Punkten ziert die Vorderflügel. Bei den Männchen sind diese Punkte etwas größer als bei den Weibchen, bei ihnen können die Punkte teilweise fehlen. Kräftig rosarot sind die Hinterflügel auf der Oberseite gefärbt. Der Brustbereich trägt weiße Haare mit einigen rosaroten Flecken, der Kopf ist rosarot behaart und auch der Hinterleib trägt Haare in dieser Farbe. Diese Falterart ist nachtaktiv und ich schätze ihre Flügelspannweite auf circa 45 Millimeter, es soll auch größere Exemplare geben. Das Verbreitungsgebiet dieser Spezies reicht von Mexiko über das restliche Zentralamerika bis etaw zur Mitte des südamerikanischen Kontinents, wo die Tiere beispielsweise in Brasilien, aber auch in Venezuela heimisch sind. Sie leben in Bergnebelwäldern in Höhenlagen von 400 bis etwa 1.200 Meter.