Mehrere Arten aus der Familie der Tauben kommen an der deutschen Nordseeküste vor, wobei die Stadttaube, die domestizierte Form der Felsentaube, im städtischen Bereich meist dominiert. In Greetsiel und Umgebung konnte ich bislang die beiden weiter unten präsetierten Arten beobachten und fotografieren.

Stadttaube (Pigeon, Columba livia f. domestica)

Ursprünglich haben die Felsentauben, die die Urform der Stadttauben sind, fern menschlicher Siedlungen gelebt. Sie haben in steilen Klippen und Felswänden gebrütet, die sie in ihrer Heimat Südeuropa vielerorts vorgefunden haben. Von den Menschen domestiziert, sind sie als Haustauben in die Städte gekommen. Entflogene Haustauben haben sich rasch den neuen Umweltbedingungen angepasst und Siedlungen als Lebensräume für sich entdeckt – die Stadttauben waren „geboren“. Heute sind diese Vögel in ganz Deutschland überall heimisch. Sie sind 30 bis 35 Zentimeter groß und variabel gefärbt. Ihre Färbung kann grau, schwarz, weiß und rötlichbraun sein. Viele Tiere haben einen weißen Rücken und Bürzel, wie es bei den wilden Vorfahren der Fall ist.

Türkentaube (Collared Dove, Streptopelia decaocto)

Noch vor nicht allzu langer Zeit haben keine Türkentauben in Deutschland gelebt. In den 1930er Jahren sind die Tiere, die ursprünglich im Vorderen Orient zu Hause gewesen sind, nach Europa eingewandert. Zunächst sind sie in Südeuropa heimisch geworden, danach sind sie mehr und mehr in den Norden vorgedrungen. Inzwischen kommen sie in Deutschland in großer Zahl vor. Türkentauben sind bis zu 33 Zentimeter lang. Ihr Gefieder ist fast am gesamten Körper hell beigebraun gefärbt. Die beiden Geschlechter lassen sich äußerlich nicht unterscheiden. Der Körperbau der Türkentauben ist schlank, sie sind deshalb nicht mit Ringeltauben oder Stadttauben zu verwechseln. Ein sicheres Erkennungsmerkmal ist der schwarze Nackenring der Türkentauben. Ihre Augen sind rötlich gefärbt und von einem hellen Ring umgeben. An den Beinen und Füßen ist die Haut rötlich gefärbt, schwarz ist der Schnabel. Türkentauben leben vor allem in Parks und Gärten, darüber hinaus kommen sie in lichten Wäldern vor. Sie ernähren sich von Samen, Getreide und Früchten.