In vielen Teilen der Welt, darunter auch in Asien und somit in Sri Lanka, kann man Regenpfeifer beobachten. Viele Vertreter dieser Familie sind Zugvögel, weshalb sie in den unterschiedlichen Lebensräumen meist entweder nur im Sommerhalbjahr oder während des Winters beobachtet werden können. Der Wissenschaft sind derzeit 63 Arten aus dieser Vogelfamilie bekannt. In Sri Lanka kommen 13 Regenpfeifer-Arten vor, von denen ich bislang vier fotografieren konnte.

Flussregenpfeifer (Little Ringed Plove, Charadrius dubius)

In vielen Gegenden Sri Lankas ist der Flussregenpfeifer ganzjährig heimisch, in einigen Bereichen nur während des Winterhalbjahrs. Im Hochland fehlt diese Vogelart. Flussregenpfeifer sind circa 16 Zentimeter groß. Auf der Oberseite des Körpers ist das Gefieder bräunlich gefärbt, die Unterseite ist weiß; Gesicht und Kehle sind ebenfalls weiß. Außerdem befindet sich im Gesicht eine schwarze Maske, ein schwarzer Streifen erstreckt sich über die Stirn. Zudem tragen Flussregenpfeifer einen schwarzen Halsring. Der Schnabel ist schwarz und die gelbe Iris steht in auffälligem Kontrast zu den schwarzen Bereichen des Gesichts. An Gewässerufern, in schlammigen Bereichen und auf überfluteten Wiesen sind diese Vögel für gewöhnlich anzutreffen. In kleinen, trippelnden Schritten rennen Flussregenpfeifer über den Boden und suchen dort nach Nahrung. Auf dem Speisezettel der Vögel stehen Insekten, Würmer, Larven und Spinnen.

Gelblappenkiebitz (Yellow-wattled Lapwing, Vanellus malabaricus)

In der trockenen Zone Sri Lankas ist der Gelblappenkiebitz ganzjährig beheimatet. Diese Vogelart bewohnt steiniges, offenes Land oder Gebiete mit niedrigem Bewuchs, die trocken sind. Außerdem kommen Gelblappenkiebitze in offenem Grasland vor. Zwischen 26 und 28 Zentimeter beträgt die Körperlänge dieser Vögel, sie sind sehr hochbeinig. Ihre Beine sind leuchtend gelb gefärbt. Dies gilt auch für die beiden Hautlappen, die sie im Gesicht tragen. Auf der Oberseite ist der Kopf schwarz, daran schließt sich ein schmaler, weißer Saum an. Braun ist das Gefieder auf der Körperoberseite, auch das Gesicht, der Hals, die Kehle und die Brust sind braun. An der Brust bildet ein schwarzer Saum den Abschluss, darunter – also am Bauch – ist das Gefieder weiß; der Schnabel ist schwarz. Gelblappenkiebitze halten sich am Boden auf und finden dort auch ihre Nahrung. Sie fressen kleine Tiere wie Insekten. Oft halten sich diese Vögel in kleinen Gruppen auf.

Mongolenregenpfeifer (Lesser Sand Plover, Charadrius mongolus)

Zu den Zugvögeln, die man im Winterhalbjahr in Sri Lanka beobachten kann, gehört der Mongolenregenpfeifer. Mit ihrer Körpergröße von 17 bis 20 Zentimeter sind sie relativ klein. Die Flügelspannweite dieser Vögel beläuft sich auf 45 bis 55 Zentimeter. Das Prachtkleid, das sie im Sommer tragen, ist erheblich auffälliger als das Schlichtkleid. In diesem haben die Tiere auf der Körperoberseite ein graubraunes Gefieder, die Unterseite trägt weißliche Federn. Einziger Schmuck ist im Schlichtkleid der weiße Überaugenstreif, die Stirn ist ebenfalls weiß. Der kurze Schnabel ist schwarz, dies gilt auch für die Beine und Füße. Beobachten kann man den Mongolenregenpfeifer in Sri Lanka im gesamten Land mit Ausnahme des Hochlandes. Sie halten sich an der Küste, an Gewässerufern und in schlammigen Gebieten auf. Kleine Tiere wie Insektenlarven bilden ihre Nahrung.

Rotlappenkiebitz (Red-wattled Lapwing, Vanellus indicus lankae)

Entlang von Flüssen, an See- und Stauseeufern, in nicht allzu feuchten Sumpfgebieten sowie auf eher trockenen Reisfeldern trifft man fast in ganz Sri Lanka auf den Rotlappenkiebitz. Er kommt sowohl im Tiefland als auch in niedrigen Höhenlagen vor und fehlt lediglich im Hochland; er ist in Sri Lanka ein Standvogel und somit das gesamte Jahr über präsent. Diese 33 Zentimeter großen Vögel sind vor allem während der Dämmerung aktiv, sogar nachts gehen sie auf die Suche nach Nahrung. Tagsüber ruhen sie meist, mitunter kann man sie aber trotzdem dabei beobachten, wie sie mit ihrem staksenden Gang durchs Gras oder flache Wasser laufen. Schnecken, Insekten und andere Wirbellose bilden die Nahrung dieser Vögel. Das Gefieder ist auf der Oberseite hellbraun gefärbt, an den Flügeln befindet sich je ein zart violett überhauchter Bereich. Die Krone, das vordere Gesicht und das Brustgefieder sind schwarz, außerdem haben die Vögel schwarze Spitzen an den weißen Schwanzfedern. Seitlich im Gesicht tragen diese Tiere rote Lappen, die von der Schnabelbasis bis zu den Augen reichen. Weiß sind die Federn des hinteren Gesichtsbereichs, über den Nacken verläuft diese Färbung zum Bauch hin. Der Schnabel ist rot und hat eine schwarze Spitze, die Beine sind leuchtend gelb und recht lang.