In diesem Kapitel werden sri-lankischen Pflanzenarten aus Familien vorgestellt, deren Namen mit den Buchstaben A bis C beginnen.

Akanthusgewächse (Acanthus family, Acanthaceae)

Die Familie der Akanthusgewächse ist sehr artenreich, derzeit sind der Forschung rund 4.000 Arten auf den verschiedenen Kontinenten bekannt. Eine Reihe von Spezies aus dieser Familie kommt in Sri Lanka vor, darunter die hier präsentierten Arten.

Justicia betonica (White Shrimp Plant)

Die Pflanzenart Justicia betonica ist mehrjährig und bildet Sträucher, deren Wuchshöhe bis zu zwei oder 2,5 Meter betragen kann. Ihre Blätter sind gegenständig angeordnet und gestielt. Sie sind oval bis elliptisch geformt, am Ende laufen sie spitz zu. Ihre Länge kann bis zu 22 Zentimeter betragen, die maximale Breite der Laubblätter beläuft sich auf zwölf Zentimeter. Zart violett bis malvenfarben sind die Blüten dieser Spezies, sie befinden sich in Gruppen an aufrecht stehenden Stängeln. In vielen Teilen der Welt ist Justicia betonica in tropischen Regionen verbreitet. Wo die ursprüngliche Heimat dieser Art liegt, ist mir leider nicht bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sie durch den Menschen als Zierpflanze nach Sri Lanka gebracht worden ist und aus Gärten in die Natur entweichen konnte.

Ruellia prostrata

In Sri Lanka und in Indien lässt sich die Pflanzenart Ruellia prostrata beobachten. Ob sie dort ihre ursprüngliche Heimat hat oder von Menschen eingeführt worden ist, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Die gegenständig angeordneten Blätter sind zwei bis zehn Zentimeter lang und gestielt, ihre Stiellänge beläuft sich auf 0,5 bis drei Zentimeter. Blauviolett oder selten weißlichblau sind die Blüten gefärbt, sie wachsen einzeln. Ihre Länge beträgt 2,4 bis 3,2 Zentimeter.

Stechpalmen-Mangrove (Holly-leaved Acanthus, Acanthus ilicifolius)

Die Stechpalmen-Mangrove hat ihr Verbreitungsgebiet in Südostasien bis hin nach Australien, sie kommt somit in Sri Lanka natürlich vor; auch auf einigen Pazifikinseln ist sie beheimatet. Diese buschige Pflanzenart erreicht eine Wuchshöhe von bis zu zwei Meter. Man findet sie beispielsweise an der Küste sowie in Mangrovengebieten von Flussmündungen. Darüber hinaus wächst sie an Lagunen und Seen. Gelegentlich bildet diese Spezies Stelzwurzeln aus. Die Blätter sind gegenständig angeordnet und erinnern aufgrund ihrer vielen Spitzen an die der in Europa beheimateten Stechpalmen. Daher rührt auch der Name dieser Pflanzenart. Die Blüten sind zart violett.

Strobilanthes lupulina

Im feuchten südwestlichen Teil Sri Lankas kommt in Wäldern die Pflanzenart Strobilanthes lupulina vor. Sie wächst im Unterholz und kommt in Höhenlagen von 75 bis 1.800 Meter über dem Meeresspiegel vor. Obwohl diese Spezies relativ häufig beobachtet werden kann, finden sich in den Online-Literaturquellen praktisch keine Angaben über sie. Die von mir beobachteten Exemplare waren etwa 1,5 bis 1,8 m hoch. Ob die Wuchshöhe grundsätzlich noch höher sein kann, entzieht sich meiner Kenntnis. die Blüten sind hängend, ihre Färbung variiert von zartrosa bis violett. Bis zu 20 oder 25 Zentimeter waren die Laubblätter der von mir gesehenen Pflanzen lang, sie sind bei dieser Spezies gegenständig angeordnet.


Amaryllisgewächse (Amaryllids, Amaryllidaceae)

Etwa 1.600 Arten aus der Familie der Amaryllisgewächse sind der Wissenschaft aktuell bekannt. Ein alternativer Name dieser Familie lautet Narzissengewächse. In Sri Lanka konnte ich bislang nur einen Vertreter der Amayllisgewächse beobachten und bestimmen.

Asiatische Hakenlilie (Spider Lily, Crinum asiaticum)

Die Asiatische Hakenlilie hat ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet in den tropischen Regionen Südostasiens und sie ist somit auch in Sri Lanka von Natur aus heimisch. Außerdem kommt sie auf den Inseln Polynesiens vor, lediglich auf Hawaii fehlt sie. Diese Pflanzenart erreicht eine Wuchshöhe von 40 bis 60 Zentimeter. Hell- bis mittelgrün sind die linealen Blätter gefärbt. Wegen ihrer attraktiven, filigranen Blütenstände ist die Asiatische Hakenlilie als Zierpflanze beliebt. Ihre Blüten sind weiß.Nach der Befruchtung bilden sich grünlich-weißliche Früchte. Asiatische Hakenlilien wachsen auf sandig-lehmigem Boden, der ein wenig feucht sein sollte. Wegen ihres hübschen Aussehens wird diese Spezies gern in Gärten kultiviert.


Aronstabgewächse (Arum family, Araceae)

Run 3.750 Arten aus der Familie der Aronstabgewächse sind derzeit auf der Erde bekannt. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in den amerikanischen Tropen, aber auch in der Alten Welt gibt es einige Spezies. In Sri Lanka lassen sich mehrere Arten beobachte, ich konnte bislang drei Spezies fotografieren und bestimmen, die jedoch nicht alle ursprünglich in dem Land heimisch gewesen sind.

Aglaonema commutatum

Wegen ihrer hübschen Blätter und weil sie sich auch im Haus gut kultivieren lässt, ist Aglaonema commutatum als Zimmerpflanze sehr beliebt. Die ursprüngliche Heimat dieser krautigen Spezies ist Südostasien. Sie kann bis zu 50 Zentimeter hoch werden. Ihre Blätter sind relativ dick und kräftig grün gefärbt. Ein feines, unregelmäßiges Fleckenmuster bedeckt sie. Ein für die Zuchtformen dieser Art häufig genutzter deutscher Name lautet Kolbenfaden, aber auch als Aglaoneme wird die Spezies mitunter bezeichnet. Nach der Befruchtung bilden sich Beeren, die anfangs grün und später leuchtend rot gefärbt sind. Ich habe die Art in feuchten Wäldern beobachtet, wo sie an schattingen Stellen wuchs.

Caladium sp.

Die eigentliche Heimat der Pflanzen aus der Gattung Caladium liegt in Mittel- und Südamerika sowie in der Karibik. Von dort aus sind die Gewächse als Zierpflanzen in verschiene Teile der Welt gebracht worden, darunter auch nach Sri Lanka. Aus dieser Pflanzengattung gibt circa 15 Arten und bei dem unten gezeigten Individuum gibt es eine Übereinstimmung mit Merkmalen von Caladium clavatum. Es wäre also denkbar, dass es sich um diese Art handelt. Bei jungen Individuen sind die Blätter meist relativ klein wie im Fall der hier gezeigten Pflanze, sie waren zehn bis 15 Zentimeter lang. Ausgewachsene Exemplare haben Blätter, die mehr als 30 oder 40 Zentimeter lang sein können. Die Blütenstände der Caladium-Arten sind relativ unauffällig. Sie sind aufrecht stehende und sich nahe am Boden befindende Kolben, die von einem Blatt umhüllt werden, das meist weiß ist.

Dieffenbachie (Dumb Cane, Dieffenbachia seguine)

Als Zierpflanze für die Fensterbank ist die Dieffenbachie in vielen Teilen der Welt sehr beliebt, denn sie wächst auch in Häusern meist recht gut, sofern man ihr ausreichend Licht und Wasser bietet. Ursprünglich stammt diese Art aus dem tropischen Südamerika. Der Mensch brachte sie unter anderem nach Sri Lanka, wo man sie heute in Parks und Gärten, aber auch mancherorts in freier Natur antrifft. Dieffenbachien sind ausdauernd, krautig und immergrün. Bis zu drei Meter können sie hoch werden und ihr Durchmesser kann bis zu 60 Zentimeter betragen. Ihre gestielten Laubblätter sind 35 bis 45 Zentimeter lang und dunkelgrün. Einige Exemplare tragen weiße oder gelbe Muster auf den Blättern.

Efeutute (Centipede Tongavine, Epipremnum pinnatum)

In weiten Teilen Südostasiens sowie in Ozeanien ist die Efeutute in freier Natur heimisch. Auch in Sri Lanka ist sie vielerorts zu finden. Allerdings kam sie dort ursprünglich nicht vor, sondern wurde vom Menschen als Zierpflanze ins Land geholt und konnte sich in der Natur etablieren. Dass ihr das tropisch-warme Klima gut bekommt, erkennt man unschwer an den stattlichen Exemplaren dieser Spezies, die sich in vielen Teilen des Landes finden. Mit Hilfe ihrer Luftwurzeln klettert die Efeutute bis zu 20 Meter hoch an Bäumen empor und bildet dabei bis zu vier Zentimeter dicke Sprossachsen. Ihre Blätter sind wechselständig angeordnet und herzförmig. Sie können eine Länge von maximal einem Meter und eine Breite von maximal etwa 45 Zentimeter erreichen. Junge Blätter sind allerdings sehr viel kleiner, also etwa zehn bis 15 Zentimeter lang. Die Blätter sind grün, einige sind hellgrün bis gelblich gemustert, die Oberfläche ist glänzend. In Deutschland ist die Efeutute als Zimmerpflanze sehr beliebt, es kommen verschiedene Zuchtformen im Handel vor.

Riesenblättriges Pfeilblatt (Giant Taro, Alocasia macrorrhizos)

Beim Riesenblättrigen Pfeilblatt, das auch als Riesen-Taro bezeichnet wird, handelt es sich um eine massive, ausdauernde krautige Pflanze. Sie ist immergrün und kann eine Wuchshöhen von bis zu vier Meter erreicht. Typisch für die Art ist, dass stets mehrere wechselständig angeordnete Laubblätter zusammenstehen. Bis zu 1,3 Meter kann der Blattstiel lang werden. Die Blattspreite kann eine Länge von 1,2 Meter und einer Breite von 0,5 Meter haben, die Blätter sind eiförmig-pfeilförmig, stumpf dreieckig. Weil die Rhizome (Wurzeln) dieser Pflanzenart stärkehaltig und essbar sind, wird das Riesenblättrige Pfeilblatt vielerorts auf der Erde kultiviert. Ursprünglich stammt diese Spezies aus den Regenwäldern in Südostasien (Malaysia bis ins australische Queensland). In Sri Lanka ist sie von Menschen eingeführt worden.


Balsaminengewächse (Balsam family, Balsaminaceae)

Die Balsaminengewächse kommen in Teilen Südasiens sowie in den Bergregionen im tropischen und subtropischen Afrika vor. Einige Arten sind zudem in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel anzutreffen. In Sri Lanka gibt es mehrere Vertreter dieser Pflanzenfamilie, die mitunter auch als Impatientaceae bezeichnet wird. Während meiner Reisen konnte ich bisher drei Arten fotografieren und bestimmen.

Impatiens balsamina var. cornuta (Garden Balsam)

Das südliche Asien, darunter Indien, Sri Lanka und Myanmar, sind die natürliche Heimat der Pflanzenart Impatiens balsamina. Es handelt sich hierbei um eine einjährige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 20 bis 75 Zentimeter hat. Typisch für sie ist ihr dicker, aber weicher und meist aufrecht stehender Stängel mit seinen spiralförmig angeordneten Blättern. Sie haben eine Länge von 2,5 bis neun Zentimeter und sie sind ein bis 2,5 Zentimeter breit. Am Rand sind sie tief gezähnt. Kräftig rosa sind die Blüten gefärbt. Nach der Befruchtung wachsen in kleinen Kapseln die Samen heran. Sind sie reif, platzen die Kapseln explosionsartig auf und verteilen die Samen. In Sri Lanka ist diese Pflanzenart beispielsweise in feuchten Tieflandregenwäldern zu finden. Sie wird mancherorts als Gartenpflanze kultiviert.

Impatiens flaccida

Sri Lanka und die indischen Whestghats sind die Heimat der Pflanzenart Impatiens flaccida. Sie wächst entweder aufrecht stehend oder liegend. Der Stängel kann eine Länge von 50 Zentimeter haben. Circa drei bis acht Zentimeter sind die Laubblätter lang, ihre Breite beträgt zwei bis 3,5 Zentimeter. Sie sind eilanzettlich geformt. Hell purpurfarben sind die Blüten, sie sind zur Mitte hin dunkler gefärbt. Ihre Breite beläuft sich auf etwa drei bis vier Zentimeter. In der Online-Literatur habe ich keine Angaben zu den bevorzugten Standorten von Impatiens flaccida gefunden. Ich habe die Art in feuchten Tieflandregenwäldern an eher schattigen Stellen beobachten können.

Impatiens leptopoda, endemische Art

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Pflanzenart Impatiens leptopoda liegt ausschließlich in Sri Lanka, sie ist dort somit endemisch. Zu finden ist sie nur in Wäldern, die höher als 1.200 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Dort gedeiht die Art an eher feuchten und schattigen Stellen im Unterholz. Besonders oft kann man Impatiens leptopoda in der Nähe von Bächen beobachten. Bis zu 70 Zentimeter beträgt die Wuchshöhe dieser Spezies. Ihre rosa bis hell violett gefärbten Blüten sind etwa zwei bis drei Zentimeter breit.


Bananengewächse (Musaceae)

Je nach wissenschaftlicher Auslegung umfasst die Familie der Bananengewächse circa 35 bis 42 Arten in drei Gattungen. Als ursprüngliche Heimat dieser Pflanzen gelten die frostfreien Regionen in Asien. Heute finden sich von Menschen erzeugte Bananenzüchtungen in vielen tropischen Ländern, darunter vor allem in Mittel- und Südamerika, wo sie im großen Stil kultiviert werden. In Sri Lanka kommen verschiedene Arten aus der Familie der Bananengewächse vor, für die es in diesem Kapitel ein Beispiel gibt.

Banane (Banana, Musa sp.)

Über 20 verschiedene Kulturbananen-Sorten werden in Sri Lanka angebaut. Unter ihnen sind Kochbananen, die man beispielsweise als Bestandteil von Curries isst. Süße, nur etwa zehn bis 15 Zentimeter lange Bananen, die als Dessert oder als Fruchtsnack dienen, gibt es ebenfalls. Diese kleinen gelben Bananen sind in dem südostasiatischen land besonders weit verbreitet. Sie sind an Marktständen und in Verkaufshütten an den Straßenrändern im gesamten Land erhältlich. Vor allem im Tiefland kann man vielerorts außerdem kurze, dicke und rosarot gefärbte Bananen kaufen, die ein ganz besonderes Aroma haben. Das, was wir als Bananen bezeichnen, sind die Scheinfrüchte von Staudengewächsen. Diese können eine Wuchshöhe von über zwei Meter erreichen und Blütenstände sind hängend. Die Blüten sind meist rot bis dunkel violett gefärbt. In ihnen entwickeln sich zunächst kleine Bananen, die nach oben gebogen sind und mit der Zeit immer größer werden, bis sie schließlich reif sind und geerntet werden können.


Bärlappgewächse (Clubmosses, Lycopodiaceae)

Die Familie der Bärlappgewächse gehört zu den ältesten Pflanzenfamilien der Erde. Erste Vertreter dieser Familie hat es schon vor circa 420 Millionen Jahren gegeben, wie entsprechende Funde belegen. Es kommen insgesamt vier Gattungen mit etwa 380 bis 400 Arten auf der Erde vor. In Sri Lanka lassen sich Bärlappgewächse beispielsweise in feuchten Wäldern beobachten. Ich konnte bislang eine Art identifizieren und fotografieren, die in diesem Kapitel präsentiert wird, weitere Arten sind noch unbestimmt.

Lycopodium sp.

In dichten und naturbelassenen feuchten Wäldern und auch in einigen anderen nicht zu trockenen Lebensräumen Sri Lankas kann man mancherorts verschiedene Bärlapp-Arten beobachten. Es gibt Spezies, die auf dem Boden wachsen (terrestrische Arten), und auch Bärlappe, die als Aufsitzerpflanzen auf Bäumen zu finden sind (epiphytische Arten). Bei letzteren konnte ich hängende Triebe beobachten, die etwa 30 bis 40 Zentimeter und verzweigt waren. Diese Epiphyten benötigen offenbar nicht viel Licht, denn ich habe sie immer nur an schattigen Standorten gesehen. Terrestrische Bärlapp-Spezies konnte ich in halbschattigen Gegenden beobachten.

Nickender Bärlapp (Lycopodiella cernua)

Sein besonderes Aussehen macht den Nickenden Bärlapp unverwechselbar. Er ist in Waldgebieten im Unterholz an nicht allzu schattigen STellen zu finden. Es kommen sowohl kriechende als auch aufrecht stehende Exemplare vor. Die aufrecht stehenden Pflanzen erinnern an kleine, hellgrüne Weihnachtsbäume. An den Spitzen der einzelnen „Zweige“ befinden sich die kleinen Fruchtkörper, die ein wenig nach unten geneigt sind. Außerdem sind die Fruchtkörper etwas heller als der Rest der Pflanze, sie sind meist gelblichgrün gefärbt. An jenen Stellen, an denen der Nickende Bärlapp wächst, finden sich häufig recht große Ansammlungen dieser Art. Ein alternativer wissenschaftlicher Name dieser Spezies lautet Lycopodium cernuum.


Blumenrohrgewächse (Cannaceae)

Innerhalb der Familie der Blumenrohrgewächse kommt nur eine Gattung vor, sie trägt den wissenschaftlichen Namen Canna. Wie viele Arten es gibt, darüber sind sich die Wissenschaftler noch nicht einig. Einst ging man von etwa 100 Arten aus, dann von weniger als 50, später von zehn und inzwischen wieder von fast 20 Arten. Sie alle stammen ursprünglich aus Zentral- und Südamerika. Die in Sri Lanka vorkommenden Vertreter dieser Pflanzenfamilie sind allesamt vom Menschen dorthin gebracht worden.

Indisches Blumenrohr (Canna indica)

Je nach Züchtung kann das aus Südamerika stammende Indische Blumenrohr bis zu zwei Meter groß werden. An einem aufrecht stehenden, unverzweigten Stängel sind die Blätter wechselständig und spiralig oder zweizeilig angeordnet. Ihre Blattspreite kann 30 bis 60 Zentimeter lang werden, die Breite beläuft sich auf zehn bis 20 Zentimeter. Variabel sehen die Blütenhüllblätter aus. Die drei Kelchblätter sind meist gelblich bis grün und die drei Kronblätter sind entweder grün, gelb, orange oder rot gefärbt.


Clusiaceae

Einen deutschen Namen hat die Pflanzenfamilie der Clusiaceae nicht. Alternativ werden diese Gewächse auch als Guttiferae bezeichnet. Weltweit kommen Vertreter dieser Familie in gemäßigten und tropischen Zonen vor. Derzeit zählt die Wissenschaft 14 Gattungen und rund 600 Arten zu dieser Familie, die auch in Sri Lanka vertreten ist. Ich konnte bislang nur eine Art identifizieren und fotografieren, sie wird im Folgenden vorgestellt.

Eisenholzbaum (Na Tree, Mesua ferrea), Sri Lankas Nationalbaum

Sri Lanka, Indien, Südnepal, Vietnam und die malaiische Halbinsel bilden das Verbreitungsgebiet des Eisenholzbaumes. Ihren Namen verdankt diese Pflanzenart der Tatsache, dass ihr Holz extrem hart und deshalb zum Bauen begehrt ist, weshalb die Bäume vielerorts kultiviert werden. Die Wuchshöhe kann bis zu 13 Meter betragen, der Stamm erreicht im Durchmesser eine Größe von bis zu 90 Zentimeter. Dunkelgrün sind die älteren Blätter gefärbt; sie sind länglich geformt, laufen spitz zu und sind oft bis zu 15 Zentimeter lang. Junge, sich gerade entwickelnde Blätter sind rötlich bis rosa gefärbt. Sämtliche Blätter hängen nach unten herab. Der Duft der Blüten ist sehr lieblich, weshalb sie in einigen Teilen Asiens von den Einheimischen regelrecht geerntet werden. Zwischen vier und 7,5 Zentimeter sind die Blüten groß und sie sind weiß. Der Eisenholzbaum ist immergrün und ist in vielen Landesteilen Sri Lankas zu finden. Am 26. Februar 1986 hat man ihn zum Nationalbaum erklärt.


Commelinagewächse (Dayflower family, Commelinaceae)

Die Familie der Commelinagewächse umfasst nach derzeitigem Stand des Wissens etwa 40 Gattungen, in denen zusammengenommen rund 650 Arten vorkommen. Das hauptsächliche Verbreitungsgebiet dieser Pflanzenfamilie liegt in den Subtropen und Tropen. Weil einige Arten als Zimmer- oder Zierpflanzen sehr beliebt sind, konnten sie in für sie fremden Teilen der Welt in die Natur gelangen. In Sri Lanka gibt es mehrere Arten aus dieser Familie, jedoch konnte ich bislang nur zwei sicher identifizieren; diese Spezies werden auf dieser Seite vorgestellt.

Commelina benghalensis (Benghal Dayflower)

Von nur geringer Wuchshöhe ist Commelina benghalensis, sie wird nur bis zu circa zehn Zentimeter hoch. Diese Pflanzenart besitzt kriechende Stängel, die zwischen 30 und 40 Zentimeter lang werden können. Ihre Blätter sind bis zu sieben Zentimeter lang, länglich-oval geformt und spitz zulaufend; ihre Breite beträgt zwischen einem und 2,5 Zentimeter. Zart violett bis hellblau sind die Blütenblätter gefärbt, die leicht oval geformt sind. Die gelben Staubgefäße stehen zu dem Blau oder Violett in schönem Kontrast. Je nach Feuchtegrad des Standortes sind die Exemplare dieser Pflanzenart ein- oder mehrjährig.

Cyanotis axillaris

Südostasien ist die Heimat der Pflanzenart Cyanotis axillaris. Sie ist von niedrigem Wuchs und sie ist aufgrund ihrer kleinen Blüten relativ unscheinbar. Die Blätter sind drei bis sieben Zentimeter lang sowie 0,5 bis 0,8 Zentimeter breit. Nur etwa sechs bis sieben Millimeter sind die bläulich-violetten Blüten groß, sie sitzen meist in kleinen Gruppen beieinander, können aber auch einzeln stehen. Die Standorte von Cyanotis axillaris sind für gewöhnlich eher feucht. Man findet die Art beispielsweise in Wäldern, aber auch an Waldrändern.


Costaceae

Weltweit kommen in den Tropen Vertreter der Familie der Costaceae vor. Es sind aktuell acht Gattungen mit etwa 110 bis 120 Spezies bekannt, von denen einige in Sri Lanka anzutreffen sind. Nicht alle sind dort ursprünglich heimisch gewesen, sondern als Zierpflanzen aus anderen Teilen der Welt eingeführt worden. Zwei Spezies konnte ich bisher sicher bestimmen, sie sind in diesem Kapitel zu finden.

Cheilocostus speciosus

Zu den am beeindruckendsten Blühpflanzen, die man in Sri Lanka beispielsweise an Waldrändern und entlang von Waldwegen beobachten kann, gehört Cheilocostus speciosus. Diese Spezies kann eine Wuchshöhe von bis zu drei Meter erreichen. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dieser Pflanzenart ist der malaiische Raum in Südostasien. Die weißen Blüten wachsen aus leuchtend roten Kerzen, was einen attraktiven Kontrast zu den großen, dunkelgrünen Blättern bildet. Im Deutschen wird die Pflanzenart inoffiziell als Kostwurz bezeichnet. Noch bis zum Jahr 2006 hat man diese Spezies einer anderen Gattung zugeordnet, damals hieß die Pflanzenart Costus speciosus.

Costus lasius

Mittel- und Südamerika sind die ursprüngliche Heimat von Costus lasius. Weil diese Pflanzenart sehr hübsch anzusehen ist, wurde sie vom Menschen in anderen tropischen Regionen der Welt in Gärten angesiedelt und konnte vielerorts in die freie Natur gelangen, so auch in Sri Lanka. Typisch für Costus lasius ist der auffällige, spiralförmige Wuchs. Bis zu zwei Meter kann die Wuchshöhe betragen und die Blätter sind oft 15 Zentimeter und mehr lang. Ihre Oberfläche ist glänzend. Ältere Blätter sind dunkelgrün, junge Blätter hellgrün gefärbt. Die Blüten dieser Pflanzenart sind leuchtend gelb und wachsen aus einem ebenso gefärbten Kolben.