Die Zeche Rheinelbe in Gelsenkirchen ist ein stillgelegtes Steinkohlebergwerk, in dem die Förderung im Jahr 1861 im Schacht Meyer begann und bis 1928 andauerte. Der Abraum wurde im Stadtteil Ückendorf zur Halde Rheinelbe aufgeschüttet, die auch nach der Stilllegung der Zeche noch einige Jahre als Abraumdeponie genutzt wurde. Im Jahr 1999 wurde die Halde zum letzten Mal aufgeschüttet und ist seitdem nicht weiter gewachsen. Doch bereits 1976 wurden Tausende von Bäumen und Sträuchern gepflanzt, um die zukünftige Nutzung der Halde vorzubereiten. Heute befindet sich im nördlichen Teil der Halde ein dichter Industriewald, in dem die Hänge-Birke (Betula pendula) dominiert.
Poetisch ausgedrückt, hat die Halde Rheinelbe ein feuriges Herz: Sie ist eine der brennenden Halden des Ruhrgebiets. In ihrem Inneren gibt es noch immer brennende Kohle, die sich einst selbst entzündet hat und bei der laut Wikipedia Temperaturen von bis zu 400 °C gemessen wurden.
Auf dem Haldengelände befindet sich zudem der Skulpturenwald Rheinelbe, der durch verschiedene Skulpturen von Herman Prigann, die sich im Wald befinden, gekennzeichnet ist. Die größte Skulptur steht auf dem Gipfel der Halde Rheinelbe Süd. Dort ragt die „Himmelstreppe“ (in einigen Quellen auch „Himmelsleiter“ genannt) in den Himmel. Es handelt sich bei ihr um eine zehn Meter hohe Konstruktion aus Betonblöcken, die über einen spiralförmigen Weg zu erreichen ist.
Für Naturinteressierte ist die Halde Rheinelbe ein lohnendes Ziel, weil sie botanisch und in Sachen Tierwelt einiges zu bieten hat. Man mag es kaum glauben, aber auf dieser menschengemachten Anhöhe leben sogar einige Rote-Liste-Arten wie die Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans). Außerdem vermehren sich dort seltene Amphibien. Durch die gezielte Begrünung und zahlreiche Pflanzen, die sich aus eigener Kraft ansiedeln konnten, ist die Halde Rheinelbe in vielen Teilbereichen sehr grün. Lediglich in der Nähe des Gipfels ist sie kahl und das Bergematerial vermittelt den Eindruck einer Mondlandschaft. Von der Halde Rheinelbe Süd sind viele weitere Landmarken des Ruhrgebiets zu sehen.
Im Folgenden zeige ich einige meiner Fotos von der Halde Rheinelbe, die fast auf der Südhalde entstanden sind.
Impressionen von der Halde Rheinelbe
Tiere auf der Halde Rheinelbe
Pflanzen auf der Halde Rheinelbe
Linktipps
Halde Rheinelbe bei Wikipedia
Halde Rheinelbe bei Route Industriekultur
Halde Rheinelbe bei Ruhrgebiet-industriekultur.de
Halde Rheinelbe mit Himmelstreppe – Gelsenkirchen
Naturbeobachtungen und Fotos aus dem Gebiet auf dem Meldeportal von NABU|naturgucker
